In Westerburg sollen vielerorts bunte Blumen blühen

Bürgermeister Janick Pape unterstützt Aktion Bienen- und InsektenretterWbg. Stadt Bienenretter 04 2020.2

In Zeiten der Corona-Pandemie haben viele Menschen gezwungenermaßen viel Zeit, sich anderen Aufgaben zu widmen oder neuen Interessen zuzuwenden. Warum dabei nicht etwas für die Umwelt und gegen das Insektensterben tun? „Gestalten Sie Ihre Gärten um, entfernen Sie die Steinwüste

oder kultivieren Sie ein Stück Brachland und verwandeln Sie es in eine Blumeninsel, sprich Bienen- oder Insektenweide“, regt der Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Westerburg, Rolf Koch, an. Dieser Tage trafen sich Stadtbürgermeister Janick Pape und sein Erster Beigeordneter (mit dem Geschäftsbereich städtischer Bauhof) Herbert Schmitz mit dem Experten, der sich mit viel Herzblut für die Natur engagiert. „Die Stadt Westerburg zeichnet sich durch besonders viele Grünflächen aus. Vom nördlichen Stadtrand bis zum Wörth durchzieht das Stadtgebiet ein grünes Band mit zahlreichen Parkanlagen entlang der Bachläufe. Hinzu kommen weitere öffentliche Anlagen in der Oberstadt und in unseren Stadtteilen“, so der Bürgermeister.

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Stadtbürgermeister Janick Pape (links) und der Erste Beigeordnete Herbert Schmitz unterstützen die Aktion ‚Kleine Bienenretter‘ und freuen sich auf viele Gleichgesinnte.

„Das ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der näheren Umgebung, auf das wir in Westerburg stolz sind“, hebt Pape im Gespräch hervor. „Diese Grünflächen stellen aber auch eine ständige Aufgabe für den städtischen Bauhof dar“, gibt der Erste Beigeordnete zu bedenken. Bereits seit einigen Monaten sei die Stadt daher in Gesprächen mit dem Umweltbeauftragten der Verbandsgemeinde, um Konzepte zu entwickeln, welche eine ansprechende gärtnerische Gestaltung des Stadtbildes mit Natur- und Artenschutzaspekten verbindet und den pflegerischen Aufwand dabei durchführbar hält. „Es war für uns daher selbstverständlich, die Aktion ‚Kleine Bienenretter‘ in diesem Jahr umfangreich zu unterstützen“, freut sich der Bürgermeister.

„Der städtische Bauhof wird an mehreren Stellen im Stadtgebiet nun Blumenwiesen als Bienenweiden anlegen und so einen Spaziergang durch die Westerburger Grünanlagen um die ein oder andere bunte Attraktion reicher machen“, berichtet Herbert Schmitz. „Darüber hinaus spornen wir auch unsere Bürgerinnen und Bürger dazu an, in ihren privaten Gärten etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen und stellen gerne für die ersten 80 ‚Bienenretter‘ das Saatgut zur Verfügung“, freut sich Bürgermeister Pape auf viele Gleichgesinnte. Rolf Koch schlägt in diesem Zusammenhang vor, die Zeit zu nutzten, um auch Familie und Kinder mit in die Aktion einzubinden. „Gemeinsam macht das viel mehr Spaß und in ein paar Wochen kann man sich zusammen freuen, wenn Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten die Blumeninsel aufsuchen“, so der Umweltbeauftragte. Sein Tipp vor der Aussaat: „Die Pflanzen brauchen Platz, daher das Saatgut nicht zu dicht säen, leicht mit Erde bedecken und feucht halten“.

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Die Aussaat

Die Aussaat sollte jetzt, spätestens aber im Juni erfolgen. Zunächst müssen feinkrümelige Strukturen im Saatboden durch leichtes Glattharken geschaffen werden. Dann kann das Saatgut breitwürfig im großen Abstand zueinander ausgesät werden. „Die Samen leicht in die Erde einarbeiten, den Boden vorsichtig andrücken und angießen. Die Keimung erfolgt bei 12 bis 18°C Bodentemperatur in 10 bis 14 Tagen. Jede Packung enthält ca. 80 Gramm Saatgut. Pro Quadratmeter Wiese sind schon 1 bis 2 Gramm Saatgut ausreichend“, beschreibt Koch den Vorgang.

Die bunte Blütenmischung enthält mehr als 50 Sorten sorgfältig zusammengestellter Nutz-, Kultur- u. Wildpflanzensamen wie beispielsweise Akelei, Atlasblume, Ausdauernder Lein, Blauglöckchen, Buchweizen, Buschwinden, Chinesische Hundszunge, Dill, Dreifarbige Gilie, Duftresede, Fenchel, Gefleckte Hainblume, Gelbes Schmuckkörbchen, Gelbsenf, Hainblume, Himmelsröschen, Jungfer im Grünen, Kapkörbchen, Klatschmohn, Koriander, Kornblume, Kuhkraut, Leimkraut, Leinkraut, Mädchenauge, Mandelröschen, Meerviole, Moldawische Melisse, Nadelkissen-Gilie, Natternkopf, Öllein, Perserklee, Phacelia, Ramtillkraut, Ringelblume, Roter Lein, Saat-Esparsette, Sommer-Adonisröschen, Saat-Wucherblume, Schlafmützchen, Schleifenblume, Schmuckkörbchen, Seidenmohn, Sommer-Adonisröschen, Sommer-Schleierkraut, Sommerwicke, Sonnenblume, Sonnenflügel, Steppen-Lein, Steppen-Rittersporn, Teppich-Schleierkraut und Veränderlicher Mohn.

Eine Düngung empfiehlt der Experte nicht. Die Blütezeit reiche von Ende Mai bis zum Frostbeginn. Die Lebensdauer sei unterschiedlich. So enthält die Mischung ein- u. mehrjährige Pflanzen. Die Wuchshöhe beträgt ca. 25 bis 80 Zentimeter, wobei Nährstoffe und Wasserzufuhr großen Einfluss haben. Der Pflegeaufwand sei sehr gering, so Koch und ergänzt: „Eigentlich aber auch gar nicht nötig“. Die Blütenpracht sei grundsätzlich jederzeit zwischen Juni und Oktober zu bewundern.

Je nach Zeitpunkt der Aussaat werde das Blütenbild natürlicherweise variieren. Der Umweltbeauftragte weist darauf hin, dass eine zu dichte Aussaat vermieden werden sollte. „Wenn dann nur eine oder zwei Pflanzenarten blühen, dann habe Sie zu dicht gesät“, merkt Koch an und betont nochmals: „Also 1 Gramm pro Quadratmeter, das sind somit sehr wenige Samenkörner auf einen Quadratmeter!“. Bei einer Aussaat auf eine gemähte Wiese beziehungsweise auf dem Rasen könne nichts keimen. „Die Samen haben gegen das Gras keine Chance“, gibt Koch zu bedenken.

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Die Samentütchen können kostenlos im Rathaus der Stadt Westerburg, Neustraße 40, abgeholt werden. Interessenten werden gebeten, per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 02663 9680400 einen Termin zu vereinbaren. Blumensamen für Kinder Auch an den Nachwuchs wurde bei dieser Aktion gedacht. So erhalten die jüngsten Blumenzüchter eine etwas kleinere Tüte mit Samen. Dazu gibt es noch kleine Heftchen, die sich auch hervorragend zum Vorlesen eignen. Hierbei handelt es sich um „Entdecke ihre Welt! Bienen“ (Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz) sowie „Unsere Honigbiene“ (pro Biene, Freies Institut für ökologische Bienenhaltung gGmbH). Im vergangenen Jahr verteilte Rolf Koch 1001 Tütchen an die Kinder. „In diesem Jahr waren es bisher nur 200“, bedauert er, was wohl aber der Corona-Krise geschuldet sei.

Fotowettbewerb

„Um die Aktion abzurunden wäre es schön, wenn wir auch ein Feedback bekommen“, so Stadtbürgermeister Pape. „Die Kinder sind aufgerufen, Fotos von ‚ihrer‘ Blumenwiese zu machen und per Mail ans Rathaus der Stadt Westerburg zu schicken. Natürlich mit Angabe von Name, Anschrift und Alter. Die Gewinner dürfen sich dann über Gutscheine freuen, die bei den Mitgliedern des Gewerbevereins Westerburger Land eingelöst werden können. Der erste Preis erhält einen Gutschein in Höhe von 25 Euro. Die drei weiteren Hauptpreise werden Gutscheine im Wert von je 10 Euro sein. (Text und Foto: Ulrike Preis)

 


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